Samstag, 9. September 2017

Erich´s Stoßgebet

Ausflug zur Alm des Jahres 2017 




"Ihr Heilgen im Himmel bewahret uns vor Regen am Vormittag und lasset uns Andy´s Abfahrten schadlos überstehen und grüßet mir Marco Pantani dort oben "
Erich´s frommer Wunsch zeigte Wirkung: es blieb sogar den ganzen Radltag trocken und die Abfahrt war dann recht gnädig und auch für unseren Mann mit den connections nach ganz oben, am harten Teil ungefedert, tadellos machbar.
Aber der Reihe nach:
Acht unerschrockene Allwetterbiker/innen trafen sich in Percha mit dem Ziel die erst kürzlich prämierte GönnerAlm hoch ober den Plattner Erdpyramiden zu erklimmen, wie üblich gleich zu Beginn schon mal richtig steil, weil nicht der Bergstraße folgend, sondern am Karrenweg entlang vom Wielenbach kerzengerade hinauf bis Platten und dann weiter auf der mit Rampen gespickten Auffahrt zur Hütte unterm Rammelstein.


Bewölkt, aber warm und trocken

Man "gönnt" sich ja sonst nichts: Mittag a la carte

Blaukäppchen und Rotdeckchen

Typisches Almgericht:
Sommersalatvariation mit gebackenen Ziegenkäse

Gruppenbild mit Siegeralm


Diese Hütte hat sich den Preis unserere Meinung nach durchaus verdient: freundliches Personal, hervorragende Küche abseits des üblichen Spiegeleier- oder Kaiserschmarren-Einerleis, fast schon eine Gourmet-Alm mit traumhafter Aussicht übers mittlere Pustertal, logischerweise auch dementsprechend gut besucht. Aber es war auch auf der Terasse überraschend gut auszuhalten.
Die 1000hm-Abfahrt war dann das Sahnehäubchen, vor allem natürlich für diejenigen, die es wagten am 17er Trail unserem Vorausfahrer zu folgen

Sahnetrail zur RedensbergerAlm

Carmensita, die Trailgämse

Erich lässt es laufen

Pink, der letzte Schrei in der Bikemode

Jeah, that was fun!

Modisch auch die neue Brillenkollektion

Wir sind der Meinung: das war...Spitze!!!

Ein sehr gelungener Ausflug im Kreise der Ostgamsn. Die Saison ist noch lang: keep on biking!

1150hm; 25km

Sonntag, 3. September 2017

Kleine Brötchen

Sonntagstour zwischen Antholzer- und Gsiesertal

Nach den großen Events im Hochsommer in Jämtland und Piemont heißt es jetzt im nahenden Herbst wieder kleinere Brötchen backen und sich auf neue Wege in der näheren Umgebung zu konzentrieren.
Da wir für gewöhnlich nicht gerne aus unserem Tal hinausfahren um gleich ins nächste Tal wieder hineinzufahren sind unsere unmittelbaren Nachbartäler für uns ziemlich weiße Flecken.
So bot sich dieser wechselhafte Sonntag für eine Tour in ebendiesen Gegenden förmlich an:
von Niederrasen über Obergost und Muddler zur TaistnerSennhütte und weiter unterm Durakopf zur hinteren TaistnerAlm, von dort am alten ausgewaschenen Karrenweg hinunter bis Antholz-Niedertal und zurück durchs Biotop zum Ausgangspunkt.

Ungewohnt: Aufjacken vor dem Start 
Aufstieg vis a vis vom Brunecker Goldberg


Erichs unterste Extremitäten sind temperaturresistent

TaistnerSennhütte auf 2000m

Piemontesische Wege

Letzte Höhenmeter im Schneegestöber

Zwiegespräch

Pärchen vorm Amperspitz

Kein Spångertraining absolviert!

Bei der Taistner Hinteralm

Langer Rüttelweg ins Antholzertal
Mit dabei: die glorreichen Vier: Christine+Erich, Andy+i
1350hm; 35km (min +3° max.+10°)

Sonntag, 27. August 2017

Gourmetbiken in den olympischen Tälern des Piemont

Etappentour in den Westalpen hinter Turin

Eine 6-TagesTour über die höchsten Übergänge zwischen Val di Susa, Val Chisone ,Val Germanasca und Val Pellice wurde heuer als unsere jährliche Mehrtagestour im Alpencross-Stil erdacht und durchgezogen.




Diese seit der Winterolympiade 2006 besser bekannt gewordenen Täler im Hinterland von Turin eignen sich bestens zum Hochgebirgsbiken und zum Degustieren der Piemontesischen Küche und Weinkeller.
Die Berge sind hoch, die fahrbaren Pässe und Übergänge ebenso, die Trails wild und wenig gepflegt, die ganze Gegend ist außerhalb der wenigen touristisch erschlossenen Ortschaften wie Sestriere, von den Einwohneren längst verlassen und von den Touristen selbst zu Ferragosto vergessen oder noch nicht entdeckt.
In den Tälern und auf den wenigen Hütten lässt sich die berühmte piemontesische Küche in ihrer ursprünglichsten Art bestens erleben.
Das ganze weitverzweigte, inswischen dem fortschreitenden Verfall preisgegebene Wegenetz ist den in den verschiedenen Jahrhunderten immer wieder stattgefundenen Konflikten zwischen den Völkern Italiens und Frankreichs zu verdanken, die dortoben in den unzugänglichen Bergen fortwährend Grenzsicherung betrieben haben um die dahinterliegenden fruchtbaren Ebenen vor dem Zugriff des Nachbarn zu schützen. Bis in die Zeit des Duce herauf wurden diese Hochgebirgs-Frontwege befestigt und ausgebaut. Die heutige Generation sollte sich beeilen diese so wunderbar radelbaren Wege noch zu befahren, solange bis die Erosion und das rauhe Klima der Alpen diese wieder wegspült und verschwinden lässt.



Prolog: Von Bardonecchia am Freijus über die Grenze nach Frankreich zum Mont Thabor
und  wieder zurück nach Bella Italia ( 1650hm; 40km)



Tourstart bei der Pension in Bardonecchia

Den gesamten Anstieg im Blick

Ab ins schwarze Loch

Noch passierbar: Tunnel+Brücke

Nahe der franz. Grenze

Im hintersten Val di Susa

Piano dei Morti (wir habens überlebt)

Am Colle della Rho (2540)

Abfahrt nach Frankreich

Gegenanstieg zum...

...Refuge du Mont Thabor (2500)

Lac S.te Marguerite unterm Mont Thabor

Im Vallee du Etroite
(französich erst seit dem 2. Weltkrieg)

Einsame Trails....

...durch endlose Täler

...bis am späten Nachmittag die Zivilisation wieder näher kommt



 1. Etappe: Über 3 Pässe von Bardonecchia nach Montgenevre:
 Viel Velo stoßen und die Abfahrt des Jahres. ( 1700hm; 40km)


Schweißtreibende Auffahrt auf alten Muliwegen...

..gegenüber vom Jafferau....

..zum Passo della Mulattiera. (2400)

Noch alles fahrbar

Über den Col des Acles...

...wieder hinein nach Frankreich...

Grenzen überwinden... 
....geografische....


...und körperliche: 600hm schieben!


Nur eine fährt immer: die mit dem Strom bikt

Vom Col de Dourmillouse (2500)

...weiter zum Col de la Lauze (2600)

Die unendlichen Weiten des Lauzetales

Hochgebirgsflow

Der Lohn für jede Mühe

Eine Traumabfahrt im Abendlicht


Bikewäsche im Dorfbrunnen



2. Etappe: Wieder diesseits der Grenze:
von den Monti della Luna ins Valle di Thures (950hm.28km)
Nach dem doch fordernden Beginn der Woche: ein Tag zum Entspannen. Biken und Baden. Polenta mit Cinghiale. Eine Abfahrt zum Genießen, ein versteckter Gegenanstieg und eine Unterkunft zum Staunen.


Start bei schönstem Wetter in Montgenevre

So hart sind die berggamsn...

..trotz verhaltener Temperatur: ein Bad im Lago Nero (2000m)

Nach dem Schwattler erst das Polenta-Schlemmen...

...dann die Siesta im Schatten....

..und schließlich wieder eine zache Kletterpartie..

..gefolgt von einer flotten Talfahrt...

....zum idyllischen Etappenziel im Bergdorf Thures

Ein Posto Tappa im sonst verwaisten Dorf

Vielleicht der glücklichste Moment der Tour:
 ein Bierchen im schattigen Garten nach einem perfekten Tag.



3. Etappe: Von Thures über Sestriere zur Strada dell'Assietta
mit Supertrail nach Pragelato. (1050hm; 40km)
Tag der Gegensätze: aus dem verlassenen Bergdorf hinauf zum touristischen Zentrum der Gegend mit anschließender Fahrt auf der Kammstraße zw. Val di Susa und Val Chisone, immer auf Quote 2300-2500 mit Traumabfahrt auf geheimen Wegen.


Aus dem verlassenen Val di Thures...

..hinauf zum Aussichtspunkt im Skigebiet auf 2700m...

...hoch über Sestriere...

..zur 25km langen Kammstrasse Assietta

Auf und ab in luftiger Höhe...

...am Mittwoch noch dazu für Motorfahrzeuge gesperrt

Zuviel Polenta und ein Gewitter....

.....verhalfen uns zur zufällig gefundenen Abfahrt
 ins Olympiadorf Pragelato

4. Etappe: Die nächste Herausvorderung  wartet am Colle del Pis (2600m). Von Pragelato nach Massello (1400hm; 40km)
Einsamkeit im Gebiet der Wölfe, durch verlassene Landschaften in ein noch verlasseneres Tal. Nur Schafe und rumänischen Hirten mit ihren Hunden sahen wir von der Weite. Verlassene Hütten und Weiler, selbst auf dem GTA keine Wanderer unterwegs, erst ganz unten, nach der heftigsten Abfahrt der Woche, die ersten Häuser mitsamt unserer Unterkunft im Forsthaus.

Viele verlassene Dörfer


Dem Pisberg entgegen

Er bäumst sich zum Schluß noch ordentlich auf

Jeder auf seine Art

Nur wir und eine Herde Schafe

Jause auf 2600m

Am GTA 

2 Std Abfahrt

Endlich im hintersten Val Massello


Die letzte Etappe: Aus der Val Germanasca zu den 13 Laghi.
Übern Colle Giulia ins Val Pellice (1100hm; 65km)
Erst wieder eine Traumlandschaft, dann ein Bad im See und als unbedachtes "gran finale": ein verzwickter Anstieg zum letzten Pass, gefolgt von einer verzwackten Abfahrt, am unfahrbaren GTA. Als Abschluß einer heftigen Woche der lange Weg aus dem Tal in die Ebene bis Pinerolo.

Start beim Försterhaus

Zu den 13 Laghi

Verfallende Baracken 

Ein Bad auf 2400m


Picnic am Strand


Dann die Querung....

...zum letzten Pass

Noch immer volle Kraft voraus

Geschafft?

Vielleicht auch noch nicht?
Was erwartet uns wohl unterm Nebel bei der Abfahrt?

Jetzt wissen wirs: Noch einiges an Müh und Plag.
Aber jetzt ist Schluß! 

Die Müdigkeit kam dann am Tag danach...


Ein Dank allen Mittretern für die Kameradschaft und die Hetz während dieser fantastischen Woche in den einsamen Bergen des Südens.  Gerne wieder im nächsten Jahr!



Diesmal mit dabei:
Wir beide

Il buongustaio

Die Gitschen

Der Paul halt 
Die Zfridenen



Der Frechdachs

Die gut Integrierbare